Materialien für Lodenjacken, die bleiben
Wir wählen Stoffe nicht nach modischen Versprechen aus, sondern nach Griff, Gewicht, Wetterschutz und dem tatsächlichen Einsatz unserer Jacken.
Materialien kennenlernenNatürlicher Wetterschutz statt Foliengefühl
Loden entsteht aus Wolle, die gewebt oder gestrickt und anschließend gewalkt wird. Beim Walken verdichtet sich die Oberfläche. Zwischen den Fasern bleiben dennoch Luftpolster erhalten. Das erklärt die besondere Verbindung aus Windschutz, Atmungsaktivität und Temperaturausgleich. Feuchtigkeit perlt zunächst ab, Wasserdampf kann entweichen und trockener Schmutz lässt sich häufig einfach ausbürsten.
Wasserabweisend
Die dichte Oberfläche und das natürliche Wollfett bremsen Nässe. Loden ist keine Kunststoffmembran, bietet im Alltag und Revier aber einen sehr brauchbaren natürlichen Wetterschutz.
Atmungsaktiv
Wolle kann Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben. Dadurch fühlt sich die Jacke bei wechselnder Aktivität weniger schnell klamm an.
Temperaturausgleichend
Die Faserstruktur isoliert bei Kälte und hilft zugleich, Wärme und Feuchtigkeit zu regulieren. Die Fütterung bestimmt den tatsächlichen Einsatzbereich mit.
Leise & langlebig
Für die Jagd ist die geräuscharme Oberfläche entscheidend. Hochwertiger Tuchloden hält bei guter Pflege viele Jahre und lässt sich handwerklich reparieren.
Tuchloden der Tuchfabrik Gebrüder Mehler
Für unsere Fertigung verwenden wir Tuchloden und Merinoloden aus dem Hause Mehler in Tirschenreuth. Die Tuchfabrik wurde 1644 gegründet und führt die Arbeitsschritte von der Weberei über Färberei und Walken bis zur Appretur am Standort zusammen. Dieses Wissen ist für uns wichtiger als ein austauschbares Materialetikett.
Unser 700-g-Tuchloden ist bewusst kräftig gewählt: dicht, formstabil, windbremsend und vielseitig genug für Jagd, Freizeit und Alltag. Leichtere Merinoloden nutzen wir dort, wo ein weicherer Griff oder direkter Hautkontakt gefragt ist.
Zur Tuchfabrik Mehler
Hirschleder und die Altsämischgerbung
Hirschleder ist weich, zäh und entwickelt mit der Nutzung eine persönliche Patina. Besonders traditionsreich ist die Altsämischgerbung. Die Gerberei Kolesch in Biberach arbeitet als letzte Altsämischgerberei Deutschlands noch mit diesem aufwendigen Verfahren. Nach Angaben des Familienbetriebs dauert der Weg von der Rohhaut zum fertigen Leder ungefähr ein Jahr, umfasst rund 50 Arbeitsgänge und viele wiederholte Walk-, Trocknungs- und Bearbeitungsschritte.
Dieses Hintergrundwissen hilft zu verstehen, warum echtes Hirschleder nie vollkommen uniform aussieht: Unterschiede in Farbe und Oberfläche gehören zum Naturmaterial und machen jedes Teil eigenständig.
Gerbung bei Kolesch ansehenUnsere drei Fütterungen
- Viskose
Für sehr aktive Menschen und Aktivitäten bei Plusgraden. Das glatte Futter erleichtert das An- und Ausziehen.
- Merino
Für unsere Breitengrade über die gesamte dunklere Jahreshälfte einschließlich Winter – vielseitig und natürlich temperaturausgleichend.
- Lavalan
Für Tiefstwinteranwendungen oder besonders verfrorene Menschen. Diese stärkste Variante ist nicht automatisch für jede Aktivität sinnvoll.
- Ungefüttert
Wetterstein und Ägir kommen ohne klassisches Futter aus. Die Ägir aus Lodenfleece eignet sich bei Plusgraden und als einzige unserer Jacken auch sinnvoll als Zwischenschicht.
Loden braucht weniger Pflege, als viele denken
Wie reinige ich Loden?
Auslüften und trockenes Ausbürsten reichen häufig aus. Starke Reibung, Hitze und unpassende Waschprogramme können Form und Oberfläche verändern. Beachten Sie deshalb immer die Pflegehinweise am Produkt.
Ist Loden wasserdicht?
Loden ist stark wasserabweisend, aber nicht dauerhaft wasserdicht wie eine verschweißte Membrankonstruktion. Dafür bleibt das Material leise, atmungsaktiv und reparierbar.
Warum sehen Naturmaterialien nicht immer identisch aus?
Wolle und Leder zeigen kleine Schwankungen in Griff, Farbe und Oberflächenbild. Das ist kein Fehler, sondern Teil eines echten Naturmaterials.